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Kletter-Athletiktrainer!

Ich hatte mich letztes Jahr dazu entschieden die Ausbildung zum Kletter-Athletiktrainer in der Balance Schmiede Bad Tölz zu machen. Der Kurs ging jeweils 2 Wochenenden verteilt auf 5 Monate und brachte mir einiges an Know How. Einiges wusste ich von meinen vorhergegangenen Ausbildungen (Instruktor Breiten – Spitzensport) den Rest erlernte ich beim Bernd. Die zwei Kursteile gestalteten sich äußerst interessant mit vielen intensiven praktischen Einheiten im „Functional Training“. Funktionelles Training ist eine alltagsrelevante und sportartübergreifende Trainingsform. Sie beinhaltet komplexe Bewegungsabläufe, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Es hat seinen Einzug in unterschiedlichste Handlungsfelder gehalten.

„Bewegungen, die nur einen einzigen Muskel isoliert beanspruchen, sind als unfunktionell zu bezeichnen. Funktionelle Bewegungsformen integrieren immer mehrere Muskeln und Muskelgruppen gleichzeitig.“ (Gambetta und Gray 2002: Michael Boyle: Functional Training. S. 11). Im Grunde genommen werden Bewegungen anstelle einzelner Muskeln trainiert. Somit steht es im Gegensatz zum traditionellen Krafttraining, bei dem oft ein Großteil der Übungen an Geräten absolviert wird, um die anzusprechenden Muskeln oder Muskelgruppen gezielt zu isolieren. Betrachtet man die Bewegungen des Menschen im (Sport-)Alltag, so fällt auf, dass so gut wie keine Bewegung auf nur ein Gelenk beschränkt ist. Somit wäre es vor dem Hintergrund des funktionellen Trainings unzweckmäßig nur eine bestimmte Muskelgruppe gezielt anzusprechen, wenn doch eine ganze Muskelkette aus einer Vielzahl von Muskeln involviert ist.

 

Dieser Überlegung trägt auch der bekannte amerikanische Physiotherapeut Gary Gray Rechnung, der mit seiner Anschauung zu Muskelfunktionsweisen während des Bewegungsvollzugs, die Denkweise über funktionelles Training revolutionierte. Auch Verfechter des Core-Trainings, als wesentlicher Bestandteil des funktionellen Trainings, gehen davon aus, dass nur über eine stabile Rumpfmuskulatur effektiv Kraft auf die Extremitäten und damit die gesamte aktivierte Muskelkette übertragen werden kann.[1] In dem Fachbuch „Trainer für funktionelles Training“ wird das funktionelle Training in Anlehnung an Boyle (2002) und DR. WASTL (2014) wie folgt definiert: „Funktionelles Training zielt durch systematische, planmäßige und regelmäßige Wiederholung auf einen Veränderungsprozess an Psyche oder Körper ab, um eine bestimmte sportliche oder alltagsbedingte Leistung erbringen zu können, die von einzelnen oder mehreren Einflussfaktoren abhängig ist oder in enger Verbindung zu diesen steht. Es wird mithilfe verschiedener Methoden gesteuert und setzt auf den Einsatz mehrerer Muskeln und Muskelgruppen, so dass es sportartübergreifend, niveauübergreifend und geschlechtsspezifisch zum Einsatz kommen kann.“ DÖHNERT,A. (2014) Quelle: WIKIPEDIA

Flossing

 

 

 

 

 

Die Inhalte vom Basic Kurs waren:

Schwerpunkt: Training

  • funktionelle Sportwissenschaft:

    • Generieren von Bewegungen in der motorischen Einheit

    • motorisches Profil – KLETTERN

  • funktionelle Anatomie und Biomechanik:

    • Finger, Schultern, Nacken

    • Rumpf

    • Hüfte, Sprunggelenk

  • angewandte Trainingswissenschaft:

    • Kraft, Beweglichkeit, Koordination – wie und warum?

    • Grundprinzipien „Verletzungsprävention“

    • Adaption – warum und wie Trainingsreize wirken

  • Praxis

    • systematisches Auf- und Abwärmen

    • Übungen (basic/verletzungspräventiv)

      • Matwork

      • Equipmenthandling SLING

      • Equipmenthandling Kurzhantel/ Kettlebell

      • Equipmenthandling Tubes, Bänder

Hier noch der Schwerpunkt Auszug!

Schwerpunkt: Training (vertieft) + Coaching

  • funktionelle Sportwissenschaft:

    • Feed Forward – komplexe Bewegungsfunktionen

    • Kompensation: Entstehung & Vermeidung

    • Differenzierung Fähig und Fertigkeiten im Lead & Bouldern

    • Energiebereitstellung – Mechanismen zur Trainingspotimierung

  • funktionelle Anatomie und Biomechanik:

    • Gewebedifferenzierung aktiv – passiv

    • myofasziale Leitbahnen – Funktion aus der Basis

    • Einfluss von Gewebe auf Motorik

  • angewandte Trainingswissenschaft:

    • Testsettings: myofasziale Leitbahnen

    • Grundprinzipien „Leistungsoptimierung“

    • Prinzipien der kletterspezifischen Trainingsplangestaltung

      Bedeutung Maximalkraft, Kraftausdauer, Koordination

  • Praxis

    • Integration passiver Strukturen ins aktive Training

    • effektive Trainingskombination Kletterwand & Kraftbereich

    • Übungserweiterung bis Leistungsspitzen.

 

 

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